Warum Kinderrückenschule?
80% der Bevölkerung suchen mindestens 1 mal im Leben wegen Rückenschmerzen einen Arzt auf. 20% aller Krankschreibungen und die Hälfte aller Anträge für Frühpension gehen auf die Diagnose "Wirbelsäulenschaden" zurück. Die Zielgruppen die bislang mit verschiedenen "präventiven" Maßnahmen angesprochen werden, sind Erwachsene.
Nur wie kann etwas "präventiv" sein, wenn bereits Schmerzen da sind bzw waren? Die Prävention zu diesem Zeitpunkt kann nur als sekundär Prävention bezeichnet werden.
Prävention ist nur dann sinnvoll wenn sie zu einem Zeitpunkt einsetzt, zu dem sich Haltungsgewohnheiten und das allgemeine Bewegungsverhalten noch nicht automatisiert und stabilisiert hat. Das heisst, nur im Kindesalter kann man von einer primären Prävention sprechen.
Folgende Argumentationen sprechen für eine Primäre Prävention
In den Jahren nach dem 4. Lebensjahr wirken sich negative Einflüsse wie zu wenig Bewegung, falsches Sitzen, schlechte Möbel etc. sichtbar ungünstig auf das Bewegungsverhalten und die Körperhaltung aus.
Der Schuleintritt stellt einen entscheidenden Zeitpunkt in der Entwicklung der Körperhaltung dar. Der natürliche Bewegungsdrang und Spieldrang der Kinder wird gebremst. Aus Spielkindern werden plötzlich Sitzkinder.
Zudem fallen die folgenden Faktoren ins Gewicht:
- die Entstehung der degenerativen Erkrankungen ist ein langer Prozess
- Haltungsschwächen und Haltungsfehler sind bereits im Schulalter weit verbreitet
- Die Kinder befinden sich im Wachstum und reagieren besonders sensibel auf ihren Körper
Vorbeugung ist in diesem Alter besonders günstig und zielführend
- Die Kinder sind besonders lernfähig
- Bewegungsstereotypen und Bewegungsverhalten sind bei den Kindern noch nicht automatisiert
Empfohlene Maßnahmen:
- Reduzierung der Sitzdauer
- Individuelle Sitzgestaltung in der Schule und zu Hause
- Einbeziehung von Eltern und Lehrern in der Durchführung der Rückenschule, um eine höhere Schulungsintensität zu erreichen